die Welt dreht sich so gern um sich selbst

Mittwoch, 30. Juni 2010

über den Sommer


In diesen Tagen ist es so sommerlich warm, dass selbst ich die Bettdecke zurückschlagen muss, um an der schlaftrunkenen Hitze nicht zu ersticken.

Ich bin schläfriger den Tag über und wacher am Abend, die Nacht steckt voller Energie, dann nämlich, wenn die Wärme von der Sonne nicht mehr eingebrannt sondern, erst von der Dämmerung später von der Dunkelheit, kühl aufgetragen wird.

Es ist so als ordne diese Zeit meine Gedanken. Sie glättet und verpackt sie schön in angenehmen Worten, die ebenso Seele und Haut streicheln, wie die Sonnenstrahlen.

Mit jeder hellen Stunde mit jeder längeren Nacht wird es heller und weiter in meinem Blickfeld. Im Sommer habe ich alle Zeit der Welt, die schönen Momente hetzen nicht.

Ich will die Luft in den Armen halten, um ihren Duft für immer einzufangen.

Doch vollständig gelingen tut es mir nie, denn der Sommer will nicht gefangen werden:

Er beschenkt uns und sich selbst lieber mit Freiheit!

Mittwoch, 16. Juni 2010

Wörterdurst & Lebenshunger


Sie
schließt sich ein
in ihr Kämmerlein
und schreibt und schreibt

allein

vor sich hin, vor sich liegend
das weiße Blatt Papier, die ganze Welt

für sich allein

Sie schreibt und schreibt
in ihrem Kämmerlein ihr Leben auf
das bald die ganze Welt
einschließt

Dienstag, 1. Juni 2010

gute Nacht




zieh mich an

zieh mich aus


Zeit zurück

noch ein kleines Stück

bis wir wieder lachend

in der Küche sitzen

ein Glas Milch auf dem Tisch

wir nippen an ihm

dann und wann

nacheinander

weil sonst das Glas zerbricht

wir trinken nicht aus

unterbrechen uns mit Fisematenten

Albernheiten eingeschlossen

das Glas Milch steht ganz allein


halb voll

halb leer


Wir sehen es nicht

sind woanders

aufwärmen können wir es später noch

sie gleich nach dem kochen zu trinken kam uns nicht in den Sinn

denn dann folgt:

trink aus – wir gehen

mindestens ein Stündchen ist aber noch Zeit

wir wärmen gerade alte Geschichten auf


zieh mich an

zieh mich aus


Im Arm schläft’s sich besser als

auf dem Tisch in der Küche