Soho House, Berlin. Red Room.
James Bond-Atmosphäre. Schauplatz eines illegalen Pokerspiels.
Könnte es sein.
Die blutroten Sessel würzen den Raum mit transilvanischer Draculamystik
und hinter dem dunklen Bücherregal vermute ich einen geheimen Ausgang.
Der Barkeeper ist entsprechend der 8€ pro 4cl arrogant und zaubert doch mit einem Maximum an Roger Moore-Eleganz und Timothy Dalton-Etikette die Drinks auf den glatten Tresen.
In der Dämmerung der Sepia-Lampenschirmen sind die Namen auf den Flaschen unlesbar.
Wir vertrauen dem vorherrschenden Geschmack.
'Das Bildnis des Dorian Gray' von Oscar Wilde wird erzählt - es geht um Besessenheit vom Schönen, um Vergänglichkeit des Seins. Die glänzendanthraziten Tische mit Goldrand, auf denen sich die Weißweine scharen, erzählen etwas anderes.
Sie waren schon immer hier, oder?
Der Mann am Cajon trinkt natürlich Cuba Libre und der in die Jahre gekommene Sänger spielt "Purple Rain", als hätten ihn die Rolling Stones geschrieben und legt dabei trotzdem eine 1A Prince-Performance hin.
Es ist ein seltsames Gemisch von noch nicht hier und schon viel zu lange her.
Ein Hin- und Her von Vielem.
Der Nachhauseweg wird von einer schwarzen Katze gekreuzt und vor meine Füße wehen die Knutbäume. Es ist Freitag der 13. aber das werde ich erst am Morgen merken.
Die Mystik von Soho verlässt mich schon beim ersten Wegbier.


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