die Welt dreht sich so gern um sich selbst

Freitag, 31. Juli 2009

Flughafen Leben






Terminal 1

Kofferrattern, Fußgetrappel
angekommen
ganz benommen
nachgefragt
die Antwort plagt
falscher Weg, falscher Ort
Kofferziehen
Schritte fort

Rattern Schnaufen
weit gelaufen
Kofferlast
mit rechts umfasst
vorsichtig
mit Gleichgewicht
die linke Hand
bricht ärgerlich
durch Menschenmassen
Blicke hassen
Stress lässt Münder
tiefer sinken

Rennen, Schnaufen
Kofferhinken
aufgebracht
sich umgedreht
Verspätung
auf dem Brette steht

Stöhnen, Murren
Gurte zurren
Last muss halten
durch Gewalten
lange warten
Flieger starten
der eigene
ist nicht dabei

Ein kurzer Schrei
und Kofferziehen
Armbanduhren
ausgeliehen
Zeit verglichen
Glanz verblichen
der Stress sitzt
In der Wartehalle

Fäuste ballen
Nägel krallen
fest in Nachbars
Unterarm
rot vor Scham
schnell abgelassen

Stöhnen, Seufzen
Griff umfassen
an der nahen
Fast Food Kasse
wissen lassen
Zeit gleich Geld
man hier bestellt
man nur gefällt
In dieser Welt
mit Pünktlichkeit
und Ordnungsdrang

Bizarrer Zwang
den man verlangt
denn hat man noch
unendlich Zeit
der Flug ist weit

Dösen, Meckern
Selbstmitleid
der Burger kalt
man selber alt
während Flieger
Immer wieder
wie ein Kreislauf
Funktionieren
man selbst muss durch
die Glaswand stieren

Noch immer heißt es
endlos warten
Er wird starten

Man glaubt daran.

Sonntag, 19. Juli 2009

Strandfahrt



Ozean


Dein Salz auf meinen Lippen,
ein vertrauter Kuss,
mit der Lippenspitze taste ich,
stelle fest mit Genuss,
dass das schöne Kribbeln noch weilt

Dein Rauschen flüstert zärtlich,
die richtigen Worte
so schwerelos leicht,
bringt es mich an Orte
die weit weg von allem anderen sind

Deine Oberfläche wirkt beruhigend
sie schützt,
birgt in sich wahre Schätze,
was du alles besitzt
bleibt verführerisch geheimnisvoll unter ihr

Deine Wellen umschließen mich,
heute sanft,
umarmen mich und nehmen
mir die Angst,
mich treiben zu lassen

Deine stürmischen Wogen
fordern heraus,
werfen mich immer wieder zurück
ziehen mich weit hinaus,
so dass ich kämpfen muss

Unser Spiel ist ungebändigt,
so gefällt es mir
wie wir Gegner sind doch mit
zärtlichem Gespür
für unser stürmisches Zusammenspiel

Außer Atem trennen wir uns,
für kurze Zeit,
ich sehne mich schon
bin nicht bereit
zu verlassen

Dein Salz brennt jetzt
auf der Haut
und die Winde sind rau
und schreien laut

Es ist kalt ohne dich.

Samstag, 11. Juli 2009

NachTTrip














Wir laden uns selber ein. Steigen ein und fahren los.
Ins Nirgendwo, das klingt gut.
Weg vom Gekannten, vom sicheren Boden.
Wir verlassen den Boden der Tatsachen.
Hallo, neues Terrain.
Nun lenken wir, wir entscheiden, dirigieren uns selbst in Richtungen, von denen wir gehört haben, die verführerisch klingen, die uns etwas versprechen.
Wir verirren uns ein paar Mal zu viel, verlieren oftmals das Entscheidende aus dem Blick.
Entscheidendes vergessen wir.
Ohne Lasten lässt es sich besser fliehen.
Ins Dunkle hinein. In den Höllendschlund.
Wir werden die schlafenden Hunde wecken. Sie mit genug Adrenalin füttern, um sie high zu machen. Und uns mit.
Das Risiko. Es tanzt. Es wiegt sich kraftvoll im Takt und beherrscht die Musik.
Den Moment.
Es fordert uns auf. Wir nehmen an. Aus Höflichkeit, aus Angst.
Aus Lust.
Wir werden herumgewirbelt, bis alles vernebelt ist. Bis die Dämpfe uns die klare Sicht nehmen.
Beherrschung verlieren, Hemmungen vergessen, uns selbst zurücklassen.
Außerkörperliche Erfahrung.
Unter Strom gesetzt, schwimmen wir im Strom der Menschen. Drohen zu ertrinken.
Haben Durst.
Höllengleiche Wesen, die uns betören und verstören. Zu denen wir gehören.
Dunkler, heißer Raum der uns umgibt.
Wir zittern, besessen vom Klang und beherrscht von allem Begehrenswerten um uns herum.
Es zehrt uns auf. Entzieht uns alle Kräfte. Füllt uns mit Neuem. Verbotenem.
Es fühlt sich gut an. Wir genießen das Schmoren, die Hitze, die Masse, die Dunkelheit.
Die Nacht.

Der Morgen bricht über uns hinein, blendet unsere weit geöffneten Augen.
Wie blind kehren wir zurück.
Sind leer.
Haben Platz für mehr Begehrenswertes.
Morgen.
Ein Nächster Trip.

Die Nacht ruft.
Der Himmel kann warten.




...

Schon klar, dass folgende Sätze wie:

"Wir sind nur einmal jung!"
und
"Schlafen können wir, wenn wir tod sind !"

abgedroschen klingen, aber in bestimmten Momenten und Nächten gewinnen sie mehr an Bedeutung, als man glaubt.

Donnerstag, 9. Juli 2009

Erste kleine Reisen





Viele Menschen, insbesondere Männer, bestreiten immer wieder, dass Shopping-Touren große Kräfte erfordern, wie eine kürzlich geführte Diskussion mir wieder vor Augen führte.
Wenn man allerdings mit einem "Neuling" zusammen unterwegs ist, einem kleinen Mädchen, das das erste Mal eine solche Reise unternimmt, kann man mit Leichtigkeit beweisen, dass die vielen Eindrücke keineswegs einfach zu verarbeiten sind.
Vom Nutzen des "Schienersatzverkehrs" (der zunächst gar nicht und dann in Ferrari-Tempo durch die Gegend fährt) über heftige Regenschauer, die einen in kurzen Hosen überraschen, EC-Karten die nicht angenommen werden bis hin zu dreisten Schnorrern, die einem weis machen möchten, wie sehr sie doch die 3,50 Euro für ihr Zugticket benötigen und dann, nachdem ihnen ein äußert netter, junger Herr das Geld "geliehen" hat, sich vom Acker machen und das Geld für alles andere als ein Ticket zu benutzen.

So ein Trip lässt Fotos zwischen High Fashion und dem Wahnsinn, zwischen energiegeladen und ausgelaugt entstehen...

Dank an die Modelle !

Dienstag, 7. Juli 2009

Zunächst einmal...


...möchten wir doch alle die Welt verändern. Wenigstens ein kleines bisschen, auch wenn es uns gut geht, wollen wir dass sich etwas bewegt. Und trotzdem zögern wir, weil es einfacher ist zu Hause zu bleiben und es sich in seinen Gewohnheiten bequem zu machen.
Ich vermute, dass man sich in neuen Ideen auch wunderbar einkuscheln kann.
Wir sollten es versuchen und auf Reisen gehen.
Gedanklich und weltlich den Horizont erweitern.

Ein Ticket zur Innovation, bitte.