Der Tag danach
Noch benommen schaut man in den Spiegel
findet sich
grässlich und
fremd
fährt mit der Zunge über die Zähne
analysiert die Schichten des Belags
leichtes Rumoren im Magen, gefolgt
vom Würgen in der Kehle
Erschließung des Ablaufes des Abends durch einige Indizien:
die Schürfwunden, die Ellenbogenschmerzen, die heisere Stimme,
sowie Löcher in der Strumpfhose, die auf dem Boden liegt wie all die anderen
mehr oder weniger bekannten
Kleidungsstücke
auch
der Blick auf die nicht ganz nackten Beine und Arme verrät
die Bearbeitung mit einem Permanentmarker, während
die Erinnerung alles andere als bleibend ist
sie verflüchtigt sich bei jedem Kopfschütteln und Augen reiben
schon beim Zähneputzen scheint alles wie weggewischt
aber der zweite Blick in den Spiegel zeigt,
dass etwas anderes andauert, für das sich das Chaos lohnt und
dass auch die Sturmfrisur in ein anderes Licht rückt:
ein Gesicht, gut gelaunt

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