die Welt dreht sich so gern um sich selbst

Sonntag, 21. Februar 2010

Katzenstimmung




Der Tag danach


Noch benommen schaut man in den Spiegel

findet sich

grässlich und

fremd

fährt mit der Zunge über die Zähne

analysiert die Schichten des Belags

leichtes Rumoren im Magen, gefolgt

vom Würgen in der Kehle

Erschließung des Ablaufes des Abends durch einige Indizien:

die Schürfwunden, die Ellenbogenschmerzen, die heisere Stimme,

sowie Löcher in der Strumpfhose, die auf dem Boden liegt wie all die anderen

mehr oder weniger bekannten

Kleidungsstücke

auch

der Blick auf die nicht ganz nackten Beine und Arme verrät

die Bearbeitung mit einem Permanentmarker, während

die Erinnerung alles andere als bleibend ist

sie verflüchtigt sich bei jedem Kopfschütteln und Augen reiben

schon beim Zähneputzen scheint alles wie weggewischt

aber der zweite Blick in den Spiegel zeigt,

dass etwas anderes andauert, für das sich das Chaos lohnt und

dass auch die Sturmfrisur in ein anderes Licht rückt:

ein Gesicht, gut gelaunt


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