die Welt dreht sich so gern um sich selbst

Freitag, 30. April 2010

Aphorismen der Leichtigkeit



wir brauchen Leichtigkeit in unserem Leben, für’s Schmerzen vergessen und Handicaps überwinden


irgendwann vergisst man, wie leicht es eigentlich ist und wie kompliziert man es sich macht


leicht wie eine Feder fliegt man schneller ans Ziel, weil man sich vom Wind tragen lässt, anstatt gegen ihn anzukämpfen


warum sollte man auch wütend auf das Leben sein? es interessiert sich nicht dafür



wütende Menschen verschwenden Energie mit verkrampften Muskeln und zusammengebissenen Zähnen


Ich nehme den Mund lieber zu voll,

als gar nichts zu probieren

Freitag, 23. April 2010

eine kleine Weile





Frau und Mann - Hand in Hand
lieben sich die Beiden?
so richtig innig mit
streiten/
wieder vertragen
in trauter Zweisamkeit?

oder gehen sie nur zusammen ein Stück
bis ihnen jemand Anderes
über den Weg läuft?

für diesen Fall
legen sie sich schon einmal Ausreden zurecht
deswegen wirken sie auch so
angestrengt
mit ihrem Händedrücken

wer gewinnt?
wer hält es am längsten aus ohne loszulassen?
denn der Verlierer steht
alleine da

und muss auf Suche gehen

Dienstag, 20. April 2010

Weil mir gerade danach ist.


pausieren vom Leben

und nur mal eben

in der Küche stehn

und nichts anderes sehn

als

Ananas

und

Liebesfraß


lass das Leben mal großzügig sein

Donnerstag, 15. April 2010

Nein, danke. Meine Biographie schreibe ich gerne selbst.







Vielleicht hab ich schon zu viele Distopien gelesen, über Überwachungsstaaten und ihre Methoden, wie sie Menschen nach und nach ihre Rechte entziehen und sie ihrer Freiheit Stück für Stück berauben, bis diese in ein Überraschungsei passt, aber es machen sich in mir schon Bedenken breit, wenn ich weiß, das Konzerne wie Google unseren eigenen Lebensweg schon vor uns beschreiten. Sie versuchen (und schaffen es zumeist) unser Konsumverhalten zu bestimmen, unsere Urlaubsziele festzulegen, um uns immer genau im Auge zu behalten, damit wir nichts Dummes machen und sie daran noch Geld verdienen. Gruselig !
Und da in meinem positiv eingestellten Kopfsalat kein Platz für Freiheitsnehmer und Gedankenkontrollierer ist, sehe ich mich gezwungen, so gut wie möglich dagegen vorzugehen.


Sieht folgendermaßen aus



1) Erstmal die Suchmaschine wechseln. Ixquick.de, eine deutsche Suchmaschine, beruft sich auf Datenschutzgesetze und verkörpert einen vertrauensvolleren Ansprechpartner als andere Anbieter. (Bei meinem ersten Versuch mit Ixquick habe ich mal wieder gemerkt, wie highspeed-verwöhnt ich geworden bin. Natürlich ist Ixquick längst nicht so schnell und vielseitig wie Google und man muss sich schon zusammenreißen, wenn die ersten 3 Treffer nicht genau den eigenen Wünschen entsprechen. Aber mein Gott, früher mussten die Leute erst zum Dorfältesten latschen, dort ne Stunde warten und hoffen, dass er ihr Problem verstand und Lust hatte es zu lösen. Ich vermute auch, dass es oft vorkam, dass er während der Fragestellung verstarb und man sich den nächst Ältesten suchen musste. Dann können wir doch auch mal die Geduld für 6 Sekunden und 3 Klicks mehr aufbringen.)
2) Die zweite Maßnahme gefällt mir fast noch besser. Es heißt: „Veräppel Google“. Ich bin also nicht ganz ehrlich was meine Person, mein Verhalten und meineBedürfnisse angeht. Ich denke mir einfach ein paar Dinge aus, mit denen ich mich so gar nicht identifizieren kann (die aber legal sind) und tippe sie öfters mal bei Google ein. Meine Favoriten bis jetzt waren:


„Fleischfachverkäuferin Ausbildung“
„Wie hacke ich energiesparend Holz?“
„Wildecker Herzbuben Best Of Album“
“Weinreise in den Harz”
“Senioren Computer Kurs”
„Holzschuhtanzschulen“
„Grundkenntnisse Stricken Nähen Häkeln Sticken“

Diese lustige Beschäftigung schult die Kreativität, macht Laune und gibt ein gutes Gefühl, weil man vielleicht nicht mehr wie ein kleiner Fisch gegen die ganz großen Haie antritt, sondern man noch ein kleines, aber lustiges Ass im Ärmel hat

Vielleicht interessiert es Google ja auch gar nicht so sehr, was wir alle so treiben, aber wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt und es euch nicht egal ist, wer über euch bestimmt (jetzt oder irgendwann einmal, wenn Google Regierungschef ist ;-) ) dann liebkost eure Freiheit mit gedankenvollen Aktionen wie diesen !

Danke und Gute Nacht an alle meine Lieblingsleser.

Mittwoch, 14. April 2010

Noch sind alle Meister weich gelandet !

diese Gedanken, die sich liebend gerne einschleichen wollen, wandel ich schnell und heimlich um, damit sie zum neuen Konzept passen! Also folgendes:

- Es läuft bei allen mal mehr oder weniger gut, selbst bei Kate Moss & Co gibt's Tiefpunkte (Drogenentzug soll ganz schlimm sein, mit ins Bett machen, Magenkrämpfen und Todessehnsucht).

- Die Hälfte der Verpflichtungen hat man selbst, aus Nettigkeit, auf sich genommen. Sie erfreuen wahrscheinlich jemanden, den man mag. Oder sie sind auf lange Sicht für einen selbst von Vorteil.

- Ruhige Momente für sich in Ehren, aber das Lachen bahnt sich seinen Weg viel schneller in Gesellschaft zu deinem Gesicht (Allein für sich im Raum lachen ist auch irgendwie freakig)
.


Ich bin nassgeschwitzt. "Think positive" wird immer so leicht dahergesagt, aber man braucht erstmal stundenlanges Üben, damit der Kopf die Kehrtwendung macht!


Dienstag, 13. April 2010

Die Kunst, Glück und Frohsinn zu horten



Ich habe geträumt, ich stehe an der Fleischtheke.
Die robuste, rothaarige Fleischverkäuferin fragt mich, mit einem liebenswürdigen Lächeln, nach meinem Wunsch.
„250 g Leben, bitte!“, antworte ich. „Aber gerne.“, sagt die Frau, nimmt ein großes Stück Wurst in die Hand und geht zur Maschine, um sie in Scheiben zu schneiden. Da überlegte ich es mir anders, weil ich so ein mulmiges Gefühl im Bauch bekomme und rufe schnell:
„Lassen sie es doch lieber am Stück, ich nehme dann das ganze Kilo.“Die Frau dreht sich ruckartig zu mir um und starrt mich böse an. Sie pfeffert die Wurst in die Ecke, greift erneut in die Auslage und holte ein gutes Pfund Hackfleisch hervor. Sie klatschte es mir in die Hand und sagte: „Hier, bitte sehr.“Ich will mich beschweren, verstehe nichts und setze zum Reden an, aber da werde ich schon von zwei Sicherheitsleuten im Hot-Dog-Kostüm hinausbegleitet.

Aha. Sehr aufschlussreich ( Irgendwie bereue ich es, diesen Traum aufgeschrieben zu haben.) Dennoch versuche ich mich mal an einer gewagten Deutung, die mir so in den Sinn kommt: Ich habe bis jetzt in den Jahren meiner Geburt kleine Dinge des Lebens „verputzt“, also so etwa 250 g an Möglichkeiten genutzt, die mir entgegen kamen. Nun wird mir aber klar, dass ich viel mehr möchte, weil es einzelne Scheiben nicht so bringen und sie auch nicht wirklich satt machen. Ich werde als gierig und frage nach mehr Fleisch (übersetzt frage ich: „Was hat das Leben noch zu bieten?“) und über diese Dreistigkeit ist die Fleischfachverkäuferin (Sehen wir sie als ein Symbol für das „Schicksal“, nicht für Gott, das wäre nun wirklich blasphemisch) und hackt mein Leben in kleine Stücke.
Hallo? Mein Leben wird zu Hackfleisch verarbeitet! Ich werde um Fleischfachverkäuferinnen die nächsten Tage einen großen Bogen machen und mein Leben in der Tiefkühlabteilung kaufen. Und meine Wurst.Ach, solche Symbolik und Metapherscheiße verwirrt doch nur. In mein Traumtagebuch (Klebezettel mit unleserlicher Schrift auf dem Nachttisch) habe ich folgende Moral eingetragen: Wenn du alles (oder zumindest viel) vom Leben willst, darfst du dich von Störfaktoren nicht zu Hackfleisch machen lassen. Klingt jetzt irgendwie voll leicht. Lass keinen mit der Axt an dich ran und frage Tramper immer, ob sie gar nicht zum Bahnhof sondern dich später in Stücke hacken wollen.
Aber ich nehme grundsätzlich keine Tramper mit. Schon gar nicht welche mit einer Axt.

Übertragen soll die ganze Sache natürlich viel eher bedeuten: Lass dich nicht unterkriegen und bade schon gar nicht im Selbstmitleid (das ist nämlich eine ätzende Säure, die dich dünnhäutig macht und weichspült)
Leichter gesagt als getan. Rumheulen erleichtert und dramatische Szenen machen sowieso viel mehr Laune, wenn man sich richtig schön reinsteigert (Scheiß Hollywoodvorbilder).
Aber ich möchte mein neues Konzept dennoch versuchen:
Wie viel Zeit und Freude gewinne ich, wenn ich jammern, aufregen und Pessimismus sein lasse und wie schwierig ist es das durchzuhalten?
Und wie viel Schmollmund ist für ein Mona Lisa-Lächeln noch angebracht?
(Die strahlt nämlich auch nicht über beide Ohren!)


Samstag, 10. April 2010

Privatkonzert












Eine große, weite Halle
mit Stimme füllen,
ein großes Glas voll Energie in die Menge spritzen
und den Leuten das Gefühl geben,
dass sie nicht umsonst
gekommen sind, sondern im Gegenteil den Augenblick in vollen Zügen genießen können
2 Stunden intimes Glück, Lebenslust
mit jeder Bewegung herausschleudern,
dabei beeindrucken mit einer riesengroßen Leidenschaft,
das kann nicht jeder.

Danke Dafür, Großstadtgeflüster, ich bin euch nun gänzlich verfallen.

Dienstag, 6. April 2010

Amsterdam - Ich mag dich





Wer Amsterdam erfunden hat, der hat doch nen Schuss weg.

Der ist ernsthaft verrückt.


Und ich danke demjenigen dafür, denn ich steh unheimlich auf Verrücktheiten.

Eine ganze Stadt voll mit Kuriositäten lässt mein Herz höher schlagen und bringt mich dazu einiges für sie zu tun.

Zum Beispiel geduldig sein und das Leben entspannter sehen, was mir, als Zappelflippa, immer recht schwer fällt. So hatte ich nicht gedacht, dass ich jemals ohne jeden Plan durch Straßen laufe und (jetzt kommt der Clou) es mich nicht im Geringsten (!) stört weder zu wissen wo ich bin noch wie zum Teufel ich in der Straße mit den 30 thailändischen Schnellrestaurants gelandet bin und ob die Katze, die gerade aus dem britischen Pub kommt nicht eigentlich woanders sein sollte. In Amsterdam kann man nur die Fluten der Eindrücke akzeptieren, ansonsten geht man unter. Unsere Lektionen dazu sahen wie folgt aus:



1) Wenn du nach dem Molsteg fragst (die Straße in dem dein Appartment liegt) versichere dich, dass es keinen Molensteg gibt, der im zwielichten Rotlichtmilieu liegt, zu dem dich alle hinschicken werden, was du erst nach einem sehr, sehr, sehr langen und anstrengenden Fußweg bemerkst.

2) Geh davon aus, dass dich die Bürger von Amsterdam nicht verstehen, wenn du versuchst etwas holländisch auszusprechen. Sie lachen dich an, gucken fragend und warten. Solange sie Spaß daran haben und du es auf einer anderen Sprache versuchst.

3) Parke dein Auto außerhalb der Stadt, ansonsten kann dein Range Rover sich durch bestimmte Einwirkungen leicht in einen Smart verwandeln.

4) Reise am Besten gar nicht mit dem Auto an. Du gefährdest damit pro Minute 4 Fahrradfahrer und 8 andere Autos gefährden dich.

5) Bringe einen Schal mit. Der Westwind ist kalt.

6) Du kannst gleichzeitig holländisch lernen und dein Englisch verbessern, indem du in deinem Appartment während des Ausspannens MTV mit holländischen Untertiteln guckst

7) Du kannst in Amsterdam alles kriegen, wenn du Lust hast es zu suchen und die Geduld hast es zu finden


Fazit

Amsterdam hat sein ganz eigenes Chaos, das man nicht bändigen kann und auch nicht muss, weil das Tohuwabohu ein Wohlfühlgefühl im Bauch auslöst, dass sich so ein bisschen anfühlt wie verliebt sein.

Aber eine kurze Romanze wird vermutlich nicht reichen, weil ich es mit dieser Stadt sehr ernst meine.


Amsterdam, Ik find je leuk