Wer Amsterdam erfunden hat, der hat doch nen Schuss weg.
Der ist ernsthaft verrückt.
Und ich danke demjenigen dafür, denn ich steh unheimlich auf Verrücktheiten.
Eine ganze Stadt voll mit Kuriositäten lässt mein Herz höher schlagen und bringt mich dazu einiges für sie zu tun.
Zum Beispiel geduldig sein und das Leben entspannter sehen, was mir, als Zappelflippa, immer recht schwer fällt. So hatte ich nicht gedacht, dass ich jemals ohne jeden Plan durch Straßen laufe und (jetzt kommt der Clou) es mich nicht im Geringsten (!) stört weder zu wissen wo ich bin noch wie zum Teufel ich in der Straße mit den 30 thailändischen Schnellrestaurants gelandet bin und ob die Katze, die gerade aus dem britischen Pub kommt nicht eigentlich woanders sein sollte. In Amsterdam kann man nur die Fluten der Eindrücke akzeptieren, ansonsten geht man unter. Unsere Lektionen dazu sahen wie folgt aus:
1) Wenn du nach dem Molsteg fragst (die Straße in dem dein Appartment liegt) versichere dich, dass es keinen Molensteg gibt, der im zwielichten Rotlichtmilieu liegt, zu dem dich alle hinschicken werden, was du erst nach einem sehr, sehr, sehr langen und anstrengenden Fußweg bemerkst.
2) Geh davon aus, dass dich die Bürger von Amsterdam nicht verstehen, wenn du versuchst etwas holländisch auszusprechen. Sie lachen dich an, gucken fragend und warten. Solange sie Spaß daran haben und du es auf einer anderen Sprache versuchst.
3) Parke dein Auto außerhalb der Stadt, ansonsten kann dein Range Rover sich durch bestimmte Einwirkungen leicht in einen Smart verwandeln.
4) Reise am Besten gar nicht mit dem Auto an. Du gefährdest damit pro Minute 4 Fahrradfahrer und 8 andere Autos gefährden dich.
5) Bringe einen Schal mit. Der Westwind ist kalt.
6) Du kannst gleichzeitig holländisch lernen und dein Englisch verbessern, indem du in deinem Appartment während des Ausspannens MTV mit holländischen Untertiteln guckst
7) Du kannst in Amsterdam alles kriegen, wenn du Lust hast es zu suchen und die Geduld hast es zu finden
Fazit
Amsterdam hat sein ganz eigenes Chaos, das man nicht bändigen kann und auch nicht muss, weil das Tohuwabohu ein Wohlfühlgefühl im Bauch auslöst, dass sich so ein bisschen anfühlt wie verliebt sein.
Aber eine kurze Romanze wird vermutlich nicht reichen, weil ich es mit dieser Stadt sehr ernst meine.


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