die Welt dreht sich so gern um sich selbst

Samstag, 30. Januar 2010

Angstschweiß stinkt







Vieles gesehen
fast alles gehört
es langweilt die Welt
wenn man sie nicht stört
man tippt sie an
ein paar mal im Leben vertan
und schon drehen sich
alle Probleme wie gehabt
man hat wieder genug zu tun
um am Kampf teilzuhaben
der sich Leben nennt
wir segeln hinaus, vielleicht um zu fliehen
oder um uns zu stellen
(wer weiß das schon?)
wer kann das wissen,
wenn die Welt nur aus Wegläufern besteht
aus Menschen, die dem Geschehnissen den Rücken zukehren
bevor das Geringste passiert
es gelingt nur Wenigen
dass ihr Angsthase sich zusammenreißt
und ihr Schweinehund nicht beißt


Merke:
man verliert an Mut
wenn man nicht
ins kalte Wasser springt!

Freitag, 29. Januar 2010

speziell schwierig



Das eine Gefühl,

was nicht Angst ist

weder Trauer noch Wut,

das lähmt und

das Herz

zusammenschrumpfen lässt

Nicht wirklicher Kummer

was drückt und

Atemluft nimmt,

auch keine Schwermut,

keine Träne

rollt herab und

kein Schmerzensschrei

ist zu hören

es fesselt

das Leben mit Stillstand

es ist trostlos

lebensmüde

zu sein, denn

es gibt

kein Heilmittel

Donnerstag, 28. Januar 2010

RÜCKGÄNGIG



Diese eine Begegnung, die wieder alles so macht
wie früher
Ich bin wieder Ich, bin überrascht,
weil ich nicht einmal gemerkt hatte, dass ich mich von mir entfernte
Es muss so sein, denn ich merke den Unterschied
von kalt zu heiß von reglos zu stürmisch
von fremdartig zu genau gekannt
- zu so intim -
dass ich nicht noch näher kommen muss, um alles zu spüren
Alles Vergangenes, was zwischen uns lag, ist jetzt hinter uns
viel besser dort aufgehoben, weil wir uns jetzt wieder sehen können,
wir sind verändert, so zueinander gedreht!
Wir dachten, dass sich zwei Menschen
Rücken an Rücken den größten Schutz liefern
das Beste für sie ist
doch jetzt endlich, im Angesicht,
sehn wir das Lächeln,
das schon immer da war, nur versteckt
So entdecken wir uns
neu


Montag, 25. Januar 2010

widerlich künstlich


Man kann alles beschönigen.

Kriege, Abstürze, Stürme

sind

Wettkämpfe, Landungen, laue Lüftchen,

wenn man will.


Solange man selbst Gefallen an allem findet

können Schmerzen als intensive Sinneswahrnehmungen

abgetan werden

man hat auch genug Floskeln in der Tasche

um jegliche Kritik

abzuwehren


„Jaja“

„Naja“

„Ja, aber“


und wenn schon.

wird es dadurch besser?

Ist dieser Schein, der aufrecht erhalten werden soll

nicht bloß eine Tapete,

die man kinderleicht abziehen kann?

unter der das Wirkliche zum Vorschein kommt?


das scheppernde Lachen,

das harte Schulterklopfen

das verkrampfte Miteinander?


Es wirkt nicht echt

Wer macht sich hier was vor?

Mittwoch, 20. Januar 2010

dürfen, können, müssen, wollen

Ich bin ein Kosmonaut
und Du nicht
und wenn ich groß bin
kann ich noch besser Wasserski fahren

als der Präsident

Ich mag Bananen mit Schokosauce
aber keine Milch im Müsli




Fass mich nicht an, wenn ich wütend bin
Ich beruhige mich aber auch nicht, wenn du es sein lässt!
Ich tu mal so als ob
und das ganz schön oft, gerade weil
ich so ziemlich nichts darf
zumindest nichts, was ein Löwendompteur
oder LKW-Fahrer machen dürfte

Egal was du tust, ich kann es hinterfragen,
ebenso was du sagst, denkst oder zurückfragst
Erklär mir nicht, dass ich nicht zur Sonne reisen kann
Ich kann und Du lügst
während ich bloß flunkere und tolle Geschichten erzähle
von wahren Helden, wie mir

Tabus sind Fabelwesen, die nicht existieren
deswegen kann man sie nicht brechen
und darf sie ignorieren
nicht umsonst, bin ich so klein, damit ich nicht verdächtigt werde
Ich kann die Quietschstimme benutzen, um mehr Kekse zu ergattern
Ebenfalls nur zu diesem Zweck
singe ich schief
und lächele mit nur 4 Zähnen
ich verstehe die Welt besser als du
kann es aber nicht ausdrücken

Ich bin ein Glückspilz -
was Geschenke und Streicheleinheiten angeht -
- ein Pechvogel hingegen, wenn es nach 8 Uhr ist -

Trotzdem,
Danke für die Gute-Nacht-Geschichte

Montag, 18. Januar 2010

draußen




Ich fühle mich verloren in dieser Welt voll trüber Himmel, die sich in den Gesichtern der blassen Menschen spiegeln. Ich wünsche mir Gewitter, Blitz und Donner, damit die Leute wachgerüttelt werden und nicht nur das Klimpern der Münzen und das Rascheln der Scheine wahrnehmen.
Ich suche Zuflucht in der Dunkelheit, denn sie beherbergt mich vor dem grellen Licht, das so unnatürlich auf alle herabscheint.

Auch auf mich, die keine Gefangene werden will, von einer Welt der Hektik und Kälte.

Ich friere in dieser Menschenmenge. Wenn sie mich immer enger umschließen erzeugen sie statt Nähe bedrückende Enge.

Mit ihren leeren Blicken steinigen sie mich.

Sie tun mir leid, aber mehr noch möchte ich ausbrechen

aus diesem Kreis.



Sonntag, 17. Januar 2010

Versuchung

In meinem Zimmer steht dieses Fass.
es ist echt überdimensional groß und stiehlt einiges an Platz.
ich muss es beobachten.
es zieht meinen Blick an. jeden Moment
am Schreibtisch, mit dem Fass im Rücken, kann ich mich nicht konzentrieren.
das Schlafen fällt mir schwer und meine Träume sind wirr.
in meinem Kopf ist dieser eine Gedanke:
was wäre wenn?
ich weiß dass der Boden nicht wasserfest ist.
mein Blick schweift über der Oberfläche, die noch ruhig und unberührt da liegt.
ich seufze, weil ich es kommen sehe:

Morgen bringe ich es zum überlaufen.

Samstag, 16. Januar 2010

Amusement

Vorhang auf!

Willkommen in der Manege

wo Löwen reißen

beißen fest zu

im Nu steckt der Kopf

tief im Schlund

wund werden die Finger

vom sich wehren

und zehren,

verzehrt wirst du

Stück für Stück

vor Publikum

um zu amüsieren

den Kopf zu verlieren,

genieren behindert nur den Spaß

den die anderen verlangen

nach ihrem Maß,

Was fällt dir ein,

dich nicht zu vergnügen,

genügen dir nicht die

Hiebe und Rügen

vom letzten Mal

die du bekamst

weil du dich weigertest

deinen Kopf zu lassen?

Sie hassen diese Spielverderber.

Sie wünschen sich keinen Dompteur

der das Tier besiegt

sondern einen Spielball

der dem Tier

ohne Gegenwehr

mit viel Theatralik

erliegt






Montag, 11. Januar 2010

Ein bisschen wie Peter sein...


Es tut uns leid

Aber

Wir mögen Menschen nicht bloß, weil sie uns mögen

Wir reden vorwiegend mit denen, die uns was bedeuten

und sind deswegen noch lange nicht arrogant!


Musik, richtige Musik von liebenden Künstlern

bewegt uns, wir lassen es zu, dass sie Emotionen weckt,

egal welches Genre und wie alt der Song ist!


Kichern und Lachen?

Liebend gerne und zwar aus dem tiefsten Innern heraus

und grundehrlich, auch wenn wir als albern

geschimpft werden, denn kindlich zu sein ist ein Geschenk,

Nichts was abtrainiert werden muss

Deshalb erzählen wir uns oft genug Quatsch,

den ganzen Tag lang

sind uns damit gegenseitige Inspiration,

anstatt dass wir uns zur Vernunft mahnen!


Wenn wir die Zukunft malen, haben die Sonnen Gesichter,

die Menschen ein breites Lächeln und runde Schuhe

(weil die so schwer zu malen sind).

Unser Wunschdenken wird nicht zum Dogma,

aber erleichtert sehr wohl den Optimismus!


Wir sind wählerisch und suchen nach Unseresgleichen,

stehen auf Andersartiges, lernen gerne und begeistern uns

für neue, bunte Dinge

Wir hegen jedoch nicht den Wunsch uns aus Höflichkeit

der Langeweile hinzugeben

Uberhaupt entziehen wir uns jeglichen Zwängen, die in unseren Köpfen

Dinge verändern wollen, die wir doch aus gutem Grund dort haben.

Wir können ganz gut alleine ausmisten!


Auch wenn man es kaum glauben mag: Wir hätten gerne nur so viel Geld,

dass das Leben noch Ansporn gibt und uns nicht

zu verwöhnten Gören macht, die die Welt kalt und freudlos beibelassen können.

Stattdessen versuchen wir fröhlich zu sein, auch wenn es nichts zu lachen gibt,

nicht aus Naivität oder Ignoranz, sondern weil wir wissen,

dass die Welt von Depressiven nicht schöner wird und dass Pessimismus

der Feind des Mutes und des Lachens ist!


Auch wenn wir trotzdem manchmal todunglücklich sind, weil es so schwer ist

gegen den Uhrzeigersinn zu ticken und ein bisschen mehr aus der Zeit mitzunehmen,

als Termine abzuhaken und Stundengläser zu beschauen

denken wir, dass unsere Chancen glücklich zu werden,

ganz gut stehen!


Wenn so sein wie alle anderen, heißt, dass man nach dieser speziellen Pfeife tanzt

deren Ton überhaupt nicht so lustig ist, wie wir das Leben gerne hätten,

dann würden wir lieber weniger von unserer Lebenszeit mit Volkstanz verbringen und dort bleiben,

wo wir gerade sind.

In unserem persönlichen Nimmerland, wo jeder tanzt wie er will!

Leichen


Was macht ihr denn wieder hier?
Ich hatte euch doch weggebracht,
an den See,
weit draußen,
hatte euch ertränkt und zugesehen,
wie die letzten Luftbläschen verschwunden sind,
war glücklich darüber
euch nicht mehr
auf den Schultern sitzen zu haben.



So hätte es laufen sollen
Aber wenn ich ehrlich bin
wart ihr nie weg.
Im untersten Winkel
in meinem Schrank lagt ihr
die ganze Zeit über.

Nah bei mir.

Samstag, 9. Januar 2010

Sinnkrise




Man fühlt sich vielleicht ausgelaugt und wirft irgendetwas ein.

Man kommt nicht mit dem Leben klar und macht nen Termin.

Beim Therapeuten. Beim Arzt. Beim Lebenstrainer.

Man glaubt weder an den Aufstieg, noch an den Abstieg.

Man ist schon ganz unten.

Unter der Brücke. Unter dem Strich. Unter der Erde.

Viel hilft da nicht.

Man kommt zur Welt und ist rein. Nackt. Unbedeckt.

Und trotzdem schreit man sich die Seele aus dem Leib.

Bekundet man seinen Erfolg oder beschreit man seine Niederlage?

Eine einzelne Person kann nicht so wichtig sein, denkt man, und hält seinen Mund bei den wirklich wichtigen Sachen. Aber bei der Geburt wird geschrieen, obwohl man nichts Großes ausgerichtet hat. Das Leben feiern, nur weil es begonnen hat.

Warum dann nicht feiern, wenn es zu Ende geht?

Wie viel Zeit dazwischen bleibt uns?

Das Leben an zwei Fixpunkten aufgehängt, wie ein Kleidungsstück, das man überwerfen kann. Es scheint klar, wo Anfang und Ende ist. Es ist leicht zu groß oder kneift an einigen Stellen. Und auf einmal stellt man die Anordnung doch in Frage. Es gefällt einem nicht mehr, überwältigt nicht so wie beim Neukauf.

Der Kauf, der ein Geschenk gewesen ist. Oder eine Last, die einem aufgetragen wurde?

Man bedankt sich zunächst, fragt sich jedoch im nächsten Augenblick, wozu die vielen Ärmel sind.

Eine Gebrauchsanleitung wäre nicht schlecht. Wo Anfang und Ende ist müsste darauf doch abgebildet sein. Ansonsten verknotet man das Teil einfach ein paar Mal, bis niemand mehr genau weiß, wo oben und unten, was richtig oder falsch ist. So wie anfangs.

Ganz zu Anfang.

Man schreit drauflos ohne Wahrheit und Lüge auseinander halten zu können,

In der Hoffnung der Zeitpunkt möge schon stimmen.


Traurig, wenn man das Kleidungsstück auf links angezogen hat.

Außerdem ist es auf diese Art falsch zugeknöpft.

Donnerstag, 7. Januar 2010

vergehen Vergehen?



Ist es das Töten oder das Sterben?
Führt es ins Licht oder in das Verderben?
Stirbst du als Held, im Nachhinein als Feind?
Sind wir am Ende alle vereint?
Geht es nach unten oder nach oben?
Müssen wir vorher Gott geloben
den Teufel zu hassen
nichts anzufassen
was Sünde ist?

Wir stehlen doch alle vom verbotenen Baum
nehmen anderen den Lebensraum
Wenn uns dadurch mehr zur Verfügung steht
haben wir auch eben schnell gen Himmel gefleht
Bitten den Satan um noch mehr Geld
dass so viel zählt in dieser Welt
Kämpfen nicht für Gerechtigkeit
geht alles ab von unserer Lebenszeit

eigentlich
Woll’n wir nicht wissen wohin es geht, weil wir
eigentlich
Wissen, wie schlecht es um uns steht.

Montag, 4. Januar 2010

Tatsachen



Das Spirituosengeschäft

wirkte trostlos

gegenüber der Toastbrotfabrik,

weil der neonpinke Brottoaster

auf der künstlich gefrosteten Plakatwand

das fröhlich grinsende Toastie

mit so einer Inbrunst

heraus springen ließ,

dass es dem vorbeigehenden Konsumenten

gleich ins Auge sprang









Sonntag, 3. Januar 2010

Endbilanz & Neubeginn


Die erste Laufmasche sitzt

schon vor dem Anstoßen

schon vor dem großen Knall

sind alle durchgeknallter

als an allen anderen Tagen

wie Muntermacher

hüpfen die wildesten Themen

durch die Münder

und bringen Lachen in Gesichter

die sonst still liegen


Verrückte Ideen und Pläne

schießen durch den Raum

man selbst entblößt seine Träume

weil man das Gefühl hat

das am heutigen Tag

die Chancen irgendwie besser stehen

dass sie sich erfüllen


Glücklicher als das ganze Jahr

weil alle Möglichkeiten

Stunden

und Ereignisse

noch vor einem liegen

man sie noch nicht vermasselt hat

und die Hoffnung

noch nicht nieder geboxt

am Boden liegt


Diese Stunden um den Jahreswechsel

scheinen die einzigen zu sein

in der wir unser Leben

wirklich sicher haben

statt dass es uns entgleitet

umarmen wir es fest und begrüßen es

wie einen alten Freund

den wir zum Jahresende

immer ein wenig

mies behandeln

und herumstoßen

So ist das halt mit dir

erklären wir dem Leben

schuldbewusst


HEUTE

machen wir es wieder gut

und Feiern dich

mit Laufmasche am Knie

und einer Mengen Flausen im Kopf